verteidigt Kunst und Kultur – das Wichtigste in Kürze |
Lesen Sie den Newsletter zum ersten Mal? Melden Sie sich hier an. Sollten Sie meinen Newsletter ausreichend interessant finden, schicken Sie ihn gerne weiter. Vielen Dank! |
Solch einen Traum, wie ich ihn kürzlich hatte, wünsche ich meinem größten Feind nicht. Rüttelte da um drei Uhr früh eine harte Hand an meiner Schulter. „Wer bist du?“, stammelte ich, und der Unhold antwortete: „Dein zweites Ich, der sprichwörtlich gepeinigte SPÖ-Stammwähler. Und was ich dir sagen wollte: Wie schön wäre das Leben ohne Babler!“ – „Was sagst du da?“, fuhr ich auf. „Ja“, beharrte er. „Stell dir vor, an der Spitze der Partei stünde ein vernünftiger Mensch, Ludwig, Hanke, Doris Bures oder Peter Kaiser. Noch vor der Steiermark-Wahl würden sich die guten, alten Sozialpartner mit den Neos zusammenreden. Aber so schafft es der Babler noch, dass wieder eine der beiden Parteien in die Regierung kommt, die du und ich dort um keinen Preis sehen wollen. Weil er entweder so mit den Neos streitet, dass Nehammer für das nackte Überleben wieder mit den Grünen zusammengehen muss …“ – „Hör auf!“, schrie ich, bei der Vorstellung des nackten Kanzlers von Grauen geschüttelt. „Oder das Ganze scheitert“, fuhr er rücksichtslos fort, „und irgendein schwarzer Opportunist hält doch noch dem Kickl den Steigbügel, um ihm auf das hohe Ross zu helfen.“ – „Entwurmt?“, fragte ich erschüttert. „Das Ross schon“, antwortete er. |
Sie verzeihen mir die grenzkabarettistische Verzweiflungsobwaltung zum Wochenende? Es ist nämlich so, dass in den allseits kursierenden Ministerlisten der (dringend zu erhoffenden) Dreierkoalition das Thema Kultur so häufig gestreift wird wie in den Wahlprogrammen aller Parteien. Nämlich mit der apokalyptischen Ausnahme der FPÖ gar nicht. Babler will Vizekanzler werden und wie Kogler den Sport und den öffentlichen Dienst dazunehmen. Die Kunst auch? Darüber könnte man nach anfänglichem Höllengelächter diskutieren, wenn auch er sich zur Beschäftigung eines Staatssekretärs bequemte. Alexander Wrabetz, ein kunstsinniger Mensch, fiele einem da ein. Allerdings braucht die Kunst längst ein Ministerium, tunlichst gemeinsam mit den Medien. Da sähe man Wrabetz noch lieber. Oder Schallenberg, der im Expertenkabinett Bierlein die Kunst zum Außenamt bloß auf den Sozius gepackt hat. Und der doch Vorgänger wie Nachfolger – Gernot Blümel, Ulrike Lunacek! – mühelos egalisieren konnte. Aber Nehammer soll ressorttechnisch etwas mit Claudia Plakolm beabsichtigen. Und da rüttelt mich auch schon der nächste Albtraum an der Schulter.
|
Lesenswert: „O du mein Österreich“ – Christoph Janacs, Ludwig Laher und Gerhard Ruiss über die teils deprimierenden österreichischen Landeshymnen. Amüsant auch für Gegner der Cancel Culture. Aus den Weiten der Literaturgeschichte: Jura Soyfer, „So starb eine Partei“. Warnendes zum Verfall der Sozialdemokratie kurz vor dem „Anschluss“ Österreichs. Soyfer wurde im Konzentrationslager ermordet.
|
Hörenswert: Oslo Philhamonic unter Klaus Mäkelä mit Beethovens 5. Klavierkonzert (Leif Ove Andsnes als Solist) und Bartoks Konzert für Orchester im Musikverein. Eine gute Gelegenheit, den maßlos gefeierten Maestro an den Resultaten zu messen.
|
Sehenswert: „Der einsame Westen“ von Martin McDonagh, in der Gestalt der Hauptdarsteller Michael Maertens und Roland Koch soeben für den Nestroy nominiert, ist noch im Akademietheater zu sehen.
|
Durch diesen Newsletter sichern Sie sich wertvolle Insights, bleiben gesellschaftlich engagiert und finden kontinuierliche Inspiration – ein wahrer Gewinn für jeden, der Kunst und Kultur schätzt.
Kennen Sie schon HEINZ SICHROVSKYS Spitzentöne?
Newsletter abbestellen | Impressum
|
|
|